Offizieller Abschied von Karl Stoss verkündet

Lange wurde spekuliert was aus den Verträgen von Karl Stoss und Dietmar Hoschner werden würde, aber bevor eine endgültige Entscheidung vom Vorstand und den Aktionären hätte getroffen werden können, hat Karl Stoss nun seinen Rückzug verkündet.

„Abtreten, wenn es am schönsten ist“

So hält es Karl Stoss jedenfalls. Und er hat sicher nicht unrecht. Man will schließlich nicht auf einem Tiefpunkt enden und dann mit Schmach vom Feld gehen. Tatsächlich konnten die Casinos Austria für 2016 eine Rekordbilanz verzeichnen und endeten mit 150 Millionen Euro im Betriebsergebnis. Das Konzernergebnis steigerte sich im Vergleich zu 2015 sogar um satte 65 Prozent und lag bei 91,2 Millionen Euro.

Trotz Niederlagen im Auslandsgeschäft konnten auch hier positive Zahlen geschrieben werden und Karl Stoss hat sich nichts vorzuhalten.

Mit der Übernahme der CASAG durch die Sazka Group und die Novomatic AG (mit insgesamt über 51 Prozent), stand allerdings auch zu befürchten, dass der Vertrag von Karl Stoss nicht verlängert werden würde.

Sollte Karl Stoss abgewählt werden?

Das ist die Frage, über die viele spekulieren. Es war schließlich mehr als wahrscheinlich, dass die Tschechen Komarek und Smejc sowie die Novomatic ihre eigenen Leute im Vorstand sehen wollten. Harald Neumann wurde ja auch erst vor kurzem in den Vorstand berufen es ist nicht unwahrscheinlich, dass auch die Sazka Group präsent sein will. Es gab sogar Gerüchte, dass die Tschechen Stoss demontieren wollten, aber dieser dementierte dies vehement.

Tatsächlich habe Karl Stoss seine Entscheidung für einen Rücktritt bereits vor einem Jahr dem Aufsichtsrat mitgeteilt, allerdings wussten die Aktionäre davon überhaupt nichts und waren entsprechend überrascht, als jetzt die offizielle Ankündigung kam.

Zuletzt, also im November 2016, hieß es seitens Karl Stoss allerdings noch: „Ich habe noch gar nichts bekanntgegeben und noch nicht mit Rothensteiner gesprochen. Vielleicht tue ich das nächste Woche.“ Damals sah es nicht so aus, als wäre ein Abschied geplant. Warum die Geheimhaltung und das ständige Aufschieben seitens des Vorstandes ist an dieser Stelle unklar.

Mehr Zeit aber immer noch viel zu tun

Stoss zitierte vor allem den Wunsch mehr Zeit mit seiner Familie und auch zum Bergsteigen haben zu wollen, als Hintergrund für seine Entscheidung. Dennoch hat der Mann, auch mit 60, immer noch ausreichend zu tun. Erst kürzlich wurde er erneut zum Präsidenten des Österreichischen Olympischen Comités gewählt. Darüber hinaus ist er in mehreren Aufsichtsräten tätig und die CASAG abzugeben scheint da nicht so ganz schwer zu fallen.

Zumal er jetzt ein Anrecht auf eine Pension von 62 Prozent seines Jahresgehalts hat. Da muss man eigentlich auch nicht mehr so viel arbeiten.

Wer wird der nächste Generaldirektor?

Karl Stoss wird seinen Posten Ende 2017 abgeben, denn solange läuft sein Vertrag noch. Dies gilt auch für Dietmar Hoschner, dessen Vertrag nach wie vor in der Schwebe hängt. Auch dessen Vertrag endet grundsätzlich am Ende des Jahres und es scheint nicht wahrscheinlich, dass Hoschner den Vorstand übernehmen wird.

Die besten Chancen werden derzeit Bettina Glatz-Kremsner eingeräumt. Sie ist aktuell ohnehin Vorständin und ihr Vertrag ist noch bis 2019 gültig. Wir werden es sich bald erfahren, wer das Erbe des Karl Stoss übernimmt.