Statistik: Jeder dritte Spielautomat illegal in Österreich

Statistische Erhebungen sind eine interessante Sache. Besonders dann, wenn es nicht nur um Schätzungen sondern konkrete Zahlen geht. Dank einer Studie von Kreutzer Fischer & Partner wissen wir, dass fast jedes dritte Glücksspielgerät in Österreich illegal aufgestellt ist.

Zählung der Automaten

Tatsächlich haben etwa 150 ehrenamtliche Mitarbeiter eine Zählung sämtlicher ermittelbarer Spielautomaten in Österreich vorgenommen, die nicht in lizensierten Casinos stehen, sondern in anderen Glücksspieletablissements. Hierbei ergab sich für das erste Quartal 2017 eine Zahl von 7.159 Automaten.

Dabei wurde auch festgestellt, dass mehr als 2.200 der Geräte, also etwa 30 Prozent, ohne Genehmigung betrieben wird. Andere illegale Maschinen, die etwa in sogenannten Hinterzimmer Casinos stehen könnten, wurden hier nicht erfasst, da diese schlichtweg nicht bekannt waren, obgleich man davon ausgehen kann, dass sie existieren.

Ergebnisse aus Beschlagnahmungen

Es war bei der Zählung keinesfalls so, dass man illegale Automaten zählen wollte. Stattdessen hat man sich unter anderem auf Beschlagnahmungen illegaler Geräte des vergangenen Jahres gestützt als die Zählung vorgenommen wurde.

Insgesamt wurden in Österreich im letzten Jahr 1.219 illegale Geräte nach Razzien beschlagnahmt, wobei der Großteil mit 590 Maschinen auf Salzburg entfiel, gefolgt von 411 Geräten in Tirol und 382 in Wien.

Außerdem werden hier Glücksspielgeräte als illegal eingestuft, die ohne Genehmigung des Bundeslandes betrieben werden.

Das Verbot des kleinen Glücksspiels

Insgesamt konnte bei der Zählung festgestellt werden, dass die Zahl der Geldspielgeräte offenbar zurückgegangen ist. Konkret reduzierte sich die Zahl der Standorte um 4,7 Prozent und befand sich seit 2010 (dem Jahr der ersten Erhebung) auf dem niedrigsten Stand.

Dies betrachtet man als direktes Ergebnis und damit als Erfolg des Verbotes des kleinen Glücksspiels, welches am 1. Januar 2015 in Kraft trat. Während nicht alle Bundesländer in Österreich das Verbot forcieren, gilt es derweil in Wien und Klagen dagegen wurden von Gerichten zurückgewiesen.

Natürlich gilt das Verbot vornehmlich dem Spielerschutz, dennoch ist nicht sicher wie effektiv das Verbot tatsächlich ist. Denn Spieler können nicht nur auf legale Spielbanken ausweichen, sondern auch ins Internet.

Es lässt sich auch nicht leugnen, dass das Verbot des kleinen Glücksspiels den Verlust von Einnahmen in Millionenhöhe bedeutet, welche den Städte und Gemeinden nunmehr durch die Lappen gehen. Daher ist es nach wie vor fraglich, inwiefern das Verbot sinnvoll war und ist.